Dienstag, 3. Juli 2012

Geschichte Wandelhalle

Die Wandelhalle ist der bauliche, kulturelle und gesellschaftliche Mittelpunkt des Kurbetriebs. Im Quellendom der Wandelhalle werden die wichtigsten Heilwässer Bad Wildungens ausgeschenkt. Heilwasser soll man bedächtig konsumieren und beim Trinken w a n d e l n.

Schon im 14. Jahrhundert wusste man um die heilende Wirkung des so genannten Sauerbrunnens. Um sein Wasser zu schützen, errichtete man ein einfaches Quellenhaus aus Holz. Später ersetzte man es durch einen massiven Steinbau.


Aber erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als der Kurbetrieb zum bestimmenden Wirtschaftszweig der Stadt wurde, war es notwendig, repräsentative Bauten an den Quellen zu besitzen.

1888 wurde über dem Sauerbrunnen, den man nun ` Georg-Viktor-Quelle ´ nannte, eine gusseiserne Wandelhalle erbaut, die für den Saisonbetrieb von Mai bis Oktober genügte.

Als sich der Kurbetrieb immer stärker entwickelte, wurde eine ganzjährig beheizbare Wandelhalle erforderlich. Im Jahre 1929 entstand der ältere Teil des heutigen Gebäudes. Das Gebäude diente nun vor allem der Abgabe der Trinkkur, die damals noch das wesendliche Fundament des Kurbetriebs bildete. Für Veranstaltungen stand außerdem ein Kurhaus (erbaut 1880) zur Verfügung.


Dieses wurde 1955 abgerissen, da es insbesondere durch Einquartierungen von amerikanischen Soldaten stark heruntergekommen war.

Der nun dringend benötigte Veranstaltungssaal wurde 1960 zusammen mit einem gläsernen Umgang als Erweiterungsbau an der Wandelhalle angesetzt.

Die Wandelhalle wurde nun wieder eindeutig therapeutischer, kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt des Kurbetriebs und blieb dies auch bis zum Neubau eines Kurhauses im Jahre 1987. Da sich Veranstaltungen in der Folge dorthin verlagerten und die Trinkkur an Bedeutung verlor, zudem das Hessische Staatsbad nur geringe Mittel zur Gebäudeunterhaltung bereit stellte, setzte ein Verfallsprozess ein, der erst durch die Übernahme des Kurbetriebs durch die Stadt Bad Wildungen unterbrochen wurde.

In den Jahren 2004 bis 2009 wurde eine grundlegende Sanierung durchgeführt. Die Wandelhalle nimmt nun zusätzliche Funktionen wahr (Museum, Ausstellungen, Tagungen, Gastronomie) und soll wieder lebendiger Mittelpunkt des Kurgeschehens werden.



(Quelle: Informationstafel bei der Wandelhalle)

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Ein Blick in die Wandelhalle

Märchenfigur Schneewittchen

Wußten Sie schon,

das die Märchenfigur Schneewittchen aus dem Bad Wildunger Stadtteil Bergfreiheit kommt?

Ernst zu nehmende Heimatforscher (und eine einstündige ZDF-Dokumentation) behaupten: Die historische Vorlage ist die Grafentochter Margarethe von Waldeck, die unter ihrer Stiefmutter sehr zu leiden hatte später unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Sie soll bei durch Kinderarbeit in den Bergfreiheiter Kupferstolle vorzeitig vergreisten „Zwergen“ Zuflucht gefunden haben. Die Brüder Grimm haben von dieser Geschichte bei ihren Ausflügen in Nordhessen erfahren und sie in ihre Märchensammlung aufgenommen.

Hinter den sieben Bergen, im „Schneewittchendorf“  Bergfreiheit (12 km von Bad Wildungen mitten im hohen Kellerwald gelegen), kann man noch heute den Spuren der Prinzessin und der Zwerge folgen und Spannendes aus der Geschichte erfahren. Das interessante Besucherbergwerk Bertsch (eine ehemalige Kupfermine), das kleine Bergamtmuseum und das sehenswerte liebevoll hergerichtete Schneewittchenhaus mitten im Ortskern geben ebenfalls einen Einblick in die Zeit des spätmittelalterlichen Bergbaus und deuten auf den Ursprung des Märchens um Schneewittchen hin.

Hier wird das berühmte Märchen erlebbar. Deshalb sind Bad Wildungen und sein Stadtteil Bergfreiheit gemeinsam Mitglieder der  Deutschen Märchenstraße, die hier entlang führt.

Mehrmals im Jahr gibt es auf der beschaulichen idyllisch oberhalb des Dorfes Bergfreiheit gelegenen Naturbühne liebevoll inszenierte Märchenaufführungen. Beim traditionellen Osterfeuer, dem Eierlauf oder auch im Herbst beim Apfelkelterfest kann man dem Schneewittchen und den sieben Zwergen leibhaftig begegnen. Alle stehen dabei gern auch für ein Erinnerungsfoto mit den kleinen Besuchern zur Verfügung. 



Öffnungszeiten Schneewittchenhaus
(in der Zeit 01.11. bis Gründonnerstag): Samstag und Sonntag; jeweils 15.00-17.00 Uhr
(in der Zeit von Karfreitag bis 31.10.): Mittwoch bis Sonntag; jeweils 15.00-17.00 Uhr
Gruppentermine und Kindergeburtstage nach Absprache: Tel.: (0 56 26) 17 36

Eintrittspreise:
Erwachsene: 2,- €, Kinder bis 11 Jahre: 1,- €
Gruppen ab 10 Personen 1,50 €

Tipp: An jedem zweiten Sonntag im Monat sind Schneewittchen und die sieben Zwerge persönlich Ihre Gastgeber im Schneewittchenhaus

Kulinarisch und kulturell

Wußten Sie schon,

das man noch heute die Bad Wildunger Altstadt  einem ebenso unterhaltsamen wie informativen Rundgang mit dem zünftigen gewandeten Nachtwächter entdecken kann?


 
Das es in Bad Wildungen mehr als 140 Gaststätten und Cafes gibt, darunter sehr gute Restaurants, gemütliche Kaffeehäuser oder urige Kneipen?

Eine Waldecker Spezialität sind Schepperlinge, eine Art Kartoffelpfannkuchen, die in Bad Wildungen traditionell mit Speck, Zwiebeln und schwarzem Kaffee serviert werden.

Wie in beinahe ganz Nordhessen findet sich die „Ahle Worscht“ auch auf Wildunger Speiseplänen.
 
 

Hexenturm

Wußten Sie schon,

das in der Bad Wildunger Altstadt noch heute ein „Hexenturm“ zu  besichtigen ist?

Der Wehrturm „Roter Hahn“ diente einst als Tür- und Fensterloses Verlies. Die Zeit der Hexenprozesse gilt als besonders dunkles Kapitel in der Geschichte der einstigen Stadt Niederwildungen.

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Brauhaus

Wußten Sie schon,

das gesündeste Bier Deutschlands aus Bad Wildungen kommt?


Es wird im gemütlichen Bad Wildunger Brauhaus – nach alter Tradition und dem Reinheitsgebot von 1516 entsprechend – mit Heilwasser gebraut.
Hier kann man auch ein Bierdiplom, erwerben.

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Der Fürstenhof

Wußten Sie schon,

das einstige Luxushotel „Der Fürstenhof“ (heute Herz-Kreislauf-Klinik) als das größte Jugendstilgebäude nördlich der Alpen gilt?



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Ortsspott-Namen „Schluten

Wußten Sie schon,

das die Bad Wildunger „Eingeborenen“ den Ortsspott-Namen „Schluten“ tragen?
Er stammt von den bauchigen Ton-Gefäßen, in denen ab dem späten Mittelalter bis ins 19.Jahrhundert das Heilwasser weit in Europa verschickt wurde. Um die Kohlensäure im Heilwasser zu bewahren, wurden die Krüge mit Lappen und Wachs dich verschlossen. Für die Gefäße wie für die Menschen soll gelten: „Harte Schale und oft verschlossen, aber mit einem guten Kern“.

Heilquellen Bad Wildungen


Wußten Sie schon,

dass Bad Wildungen mit 22 Quellen die Stadt mit den meisten Heilquellen in Deutschland ist? Schon 1378 wurde der „Sauerborn“ von einem findigen Zeitgenossen über mehr als 2 Kilometer in einer hölzernen Druckrohrleitung in die Altstadt geleitet.


Wildungen ist ein Heilbad mit eisen-, magnesium- und kohlensäurehaltigen Quellen. Somit unterscheiden sich die Heilwässer in ihrer Zusammensetzung und somit Wirkweise. Die Helenen-, Georg-Viktor-, Reinhards- und Naturquelle sind die bekanntesten Bad Wildunger Heilquellen und werden heute in Flaschen abgefüllt und versandt.

An die Stelle klassischen Trinkkur trat im Laufe der Zeit die medizinische Rehabilitation. Heute bestehen etwa 20 Kliniken, die die Krankheitsbilder der Orthopädie, der Psychosomatik, der Inneren Medizin und Rheumatologie, der Neurologie, der Onkologie und der Urologie behandeln, sowie Altenheime, Altenwohnheime, Altenpflegeheime. Die Bereiche Fitness, Wellness und Beauty gewinnen zunehmend an Bedeutung.


Bad Wildungen heute

Wussten Sie schon,

dass das Altarbild des Conrad von Soest (1403) in der Bad Wildunger Stadtkirche zu den bedeutendsten Kunstschätzen Deutschlands gehört.





Im Zentrum der Altstadt steht die evangelische Stadtkirche, eine spätgotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert. In ihr befindet sich ein Flügelaltar von Conrad von Soest. Darauf, als kleine Besonderheit, die älteste Darstellung einer Brille nördlich der Alpen.

Der Wildunger Altar ist ein 1403 oder 1404 entstandener Flügelaltar von Conrad von Soest (um 1370-1422) für die Pfarrkirche von Wildungen. Er ist einer der bedeutendsten Flügelaltäre der Spätgotik und das einzige gesicherte Werk des westfälischen Meisters. Der Altar weist alle Merkmale des "Weichen Stils" auf. In den Figurendarstellungen liegt eine leicht schwingende Haltung, die kostbaren Gewänder erinnern an die Kleidung am burgundischen Hof. Auffallend sind die Farbkontraste: leuchtende Goldfarben sowie ein tiefes Blau. Der Altar ist ein Triptychon und besteht somit aus einem größeren Mittelteil und den beiden kleineren Außenflügeln. Er zeigt 13 Szenen aus dem Leben Christi, dabei beziehen sich vier auf die Kindheit Jesu, vier auf die Passionsgeschichte und vier auf das nachösterliche Geschehen. Der Mittelteil zeigt den Kalvarienberg mit einer eindrucksvollen Kreuzigungsszene, umrahmt von vier kleinformatigen Bildern. Aufgeklappt ist der Altar fast sechs Meter breit.


Quellenmuseum Bad Wildungen

Das ehemalige Kurmuseum in Bad Wildungen ist seit 2006 in der Wandelhalle im Kurpark untergebracht.

Was wird gezeigt ?
Das Museum zeigt die Geschichte der Bad Wildunger Heilquellen, aber auch ihre Anwendungen und Wirkungsweisen. Gezeigt wird weiterhin, wie sich das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in der Kur- und Badestadt über die Jahrhunderte verändert hat.

Ausstellungen
Aus der Alchemisten-Küche
Alte Apotheke im Quellenmuseum: Mit Drachenblut, Sarglack und Tripperspritzen
Im neuen Quellenmuseum in der Wandelhalle wurde eine alte Bad Wildunger Apotheke fertig eingerichtet. Gemeinsam mit Museumschef Dr. Volker Brendow haben Rosemarie Fischer und Jürgen Arnold antike Apothekerschränkchen und –borde mit allerhand Tiegeln, Dosen, Flaschen und Töpfen bestückt.
An den Beschriftungen der Behältnisse ist zu lesen, was einst darin enthalten war: zum Beispiel alle Arten von Heilkräutern, aber auch Ungeziefersalbe, Drachenblut, Spiritus-Sarglack und schwarzes oder rotes Zahnpulver. Fast alle diese Exponate stammen aus der ehemaligen Altstadt Apotheke (später Drogerie Heger) am Marktplatz. Peter Göbel, der Schwiegersohn des Drogisten Heger hat die wertvollen alten Utensilien dem Museum in Bad Wildungen gestiftet.

An Verkaufs-Inseraten der einst führenden Bad Wildunger Apotheker Lois Ahrend und Dr. Allendorf ist auch zu erkennen, dass sich deren Unternehmen während des 19. Jahrhunderts immer mehr von etwas altertümlich anmutenden Alchimisten-Küchen in Medizin-Geräte-Händler verwandelten. Man musste sich auf einen neuen Kundenkreis einstellen. In das damalige „Weltbad“ Wildungen kamen nicht die Großen des europäischen Hochadels – die kurten lieber in Baden Baden oder in Bad Homburg. Gerne kamen aber russische Fürsten und Großfürsten, um hier nach einem Winteraufenthalt im „sündigen“ Paris gerne eine Zwischenstation einlegten. „Oft, um ihren Tripper auszuheilen“, so weiß Museumschef Brendow. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Bad Wildunger Apotheker ganze Arsenale von „Tripperspritzen“ in verschiedenen Ausführungen feilboten – viele davon sind im Quellenmuseum zu sehen. Alte Bad Wildunger haben berichtet, dass die russischen Fürsten - „um nicht an Entziehungserscheinungen zu leiden“ - manchmal ganze Rudel junger Französinnen aus Paris mitbrachten. Klar, dass deshalb die Wildunger Apotheken – auch im Quellenmuseum anzuschauen – Werbung betrieben für „Preservativs Nr. 390, rund, rot, nahtlos gerollt aus bestem Samtgummi, Pariser Fabrikat, das Dutzend für 2 Mark“.





Das ehemalige Kurmuseum befindet sich heute in der Wandelhalle im Kurpark. Gezeigt wird die Entwicklung und Bedeutung Bad Wildungens als Kurort gezeigt

An der Georg-Viktor-Quelle 3
34537 Bad Wildungen
Tel.: (0 56 21) 9 67 96-0

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Landesgartenschau 2006

Weitere 18 Hektar Landesgartenschaugelände kamen 2006 zum Kurpark hinzu, an dessen östlichem Ende sich unterhalb von Schloss Friedrichstein (Bad Wildungen) der Königsquellenpark befindet. Im Westen grenzt das ehemalige Landesgartenschaugelände an den historischen, im Stil eines englischen Gartens gestalteten, Kurpark an der Georg-Viktor-Quelle an. Die Landesgartenschau endete am 3. Oktober 2006. Das Budget für bauliche Maßnahmen wurde leicht unterschritten. Die Gartenschau wurde von 436.000 Besuchern aufgesucht und 243.000 Tageskarten wurden verkauft.



Danach wurden die Blumen aus dem Gebiet der Anfang Oktober geschlossenen Landesgartenschau entfernt. Das Gebiet ist jetzt ein von Wiesenflächen geprägter Park.

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